KULINARIA | Restaurant Seitenblick - das natürlich andere Restaurant in Bochum und was das mit einem Klassentreffen zu tun hat

16. Juli 2017

 
Dominik und ich sind schon seit fast 20 Jahren gute Freunde. In den Anfängen haben wir gefeiert als gäbe es kein Morgen, zwischendurch sahen wir uns mal etwas weniger, da jeder mit seinen eigenen Dingen zu tun hatte und die Zeit knapp war. Aber ganz aus den Augen verloren haben wir uns nie und mittlerweile sind wir beide seit Jahren selbständig und versuchen uns immer mal wieder in der knappen Freizeit zu treffen. 
Seit Anfang 2006 ist Dominik mit dem Restaurant Seitenblick in der Essener Innenstadt ansässig. In einer ruhigen Seitengasse, unweit des Grillotheaters, lässt es sich vorzüglich essen, trinken und entspannen. Mit zunehmender Beliebtheit wurde das Restaurant aber für seine Ideen (Hochzeiten, Catering, Grillen und so einiges mehr) ein wenig klein. So traf es sich ganz großartig, dass er - recht spontan wie ich zufügen möchte, ich erinnere mich, es ging fix - ein Lokal hier in Bochum fand. Seinem Geschmack entsprechend ist das Haus in schöner Umgebung im Ruhrtal gelegen, hat rustikalen Charme, einen Kamin, einen großen Aussenbereich und bietet alles, um Ideen zu verwirklichen.


Und so bin ich in recht regelmäßigen Abständen seit Ende 2015 im Restaurant Seitenblick Bochum zu Gast und lasse es mir schmecken! Im Winter ist es drinnen urgemütlich, wenn die Kerzen leuchten, der Kamin prasselt und wohlige Wäme verbreitet und die schönen alten Steinmauern im Kaminzimmer sanfte Schatten werfen.
Im Frühling und Herbst genießt man die Sonnenstrahlen am Besten auf dem Balkon, der sich im hinteren Teil des Restaurants anschließt. Von dort kann man über das Ruhrtal bis nach Hattingen und zur Burg Blankenstein blicken. 
Und im Hochsommer sitze ich am liebsten im Biergarten vor dem Restaurant, blicke auf die über 1000 Jahre alte Stiepeler Dorfkirche und höre dem Vorgelgezwitscher zu. Egal zu welcher Jahreszeit, ich habe immer ein wenig das Gefühl, ich bin in Kurzurlaub.


Anfang des Jahres schlug ich Dominik vor, einen gemütlichen Abend zu veranstalten und den ein oder anderen Foodblogger einzuladen, um das Restaurant vorzustellen, das Konzept dahinter zu präsentieren und die ein oder andere Spezialität verkosten zu lassen. Ich glaube, ich habe ihn damit ein klein wenig überfahren aber er hat mir vertraut und so habe ich mich an den Schreibtisch gesetzt, eine Einladung entworfen, geguckt wen ich zum 1. Badischen Abend als Blogger einladen könnte und halt einfach losgelegt. Dominik hat parallel einen Ablaufplan für den Abend erstellt und überlegt, was denn vielleicht spannend sein könnte und womit er seine Gäste an diesem Abend glücklich machen kann. 
Vorweg: es war ein wirklich sehr schöner und entspannter Abend, mit spannenden Infos, ganz lieben (Blogger)Gästen und leckerem Essen! 

Wir begannen den Abend direkt am Eingang unter dem Besen. Wie, Besen? Ja, am Eingang steht ein Besen. Der Besen verweist auf eine Tradition in Baden - Dominiks Heimat - die es Winzern und Weinbauern zu bestimmten Zeiten erlaubt, einen Gastrobetrieb zu eröffenen und ihre selbsterzeugten Produkte zu vermarkten. Diese saisonale Gastronomie ist unter anderem als Straußwirtschaft, Besenwirtschaft oder kurz Besen bekannt. Und daran angeleht: der Besen am Eingang des Restaurant Seitenblick, denn daran erkennt man eine geöffnete Besenwirtschaft. 
Nach und nach fanden sich die Gäste ein und es gab zur Begrüßung erstmal: Alkohol :-) Eine leichte Sommerschorle aus Schillerwein mit bitterer Limone und Minze oder alkoholfrei mit Rhabarbersaft, bitterer Limone und Minze. Sehr erfrischend und lecker. Ein paar Erklärungen zu den im Restaurant erhältlichen Weinen und Säften später und mit Blick auf den sich wieder etwas aufklarenden Himmel (über den bestellten Sonnenschein, der nicht kommen wollte, mecker ich jetzt mal nicht), zogen wir weiter.


Einmal um das Haus herum zum Grillplatz. Ein schönes Fleckchen, Kiesbedeckt mit kleiner Hütte, gemütlichen Sitzgelegenheiten, Feuerstellen und Grillequipment. Alles ist vorhanden. Ich überlege kurz, ob ich hier nicht gerne mal Geburtstag feiern möchte, das ist wirklich hübsch. Dann fällt mir ein, dass ich im Januar geboren wurde und verwerfe den Gedanken....
Auf uns wartet hier die Verkostung des hauseigenen, leckeren Brotes und einiger selbstgemachter Brotaufstriche und Dipps. Das vegane Kartoffel-Birnen-Brot ist die hauseigene Spezialität und wird täglich frisch gebacken. Es hat eine sehr knuspige Kruste, ist innen locker-weich und schmeckt mild und lecker. Leider konnte ich Dominik bisher das Rezept  nicht entlocken. Aber ich arbeite daran :-)
Neben dem ein oder anderen Gemüsebrotaufstich/Dipp, gab es Bibeliskäs. Hier würde  man dazu vermutlich Kräuterquark sagen. Bibeliskäs ist eine Spezialität aus Baden und dort weit verbreitet. 
Als Getränke durften wir uns unter anderem durch die verschiedenen Sorten Wostok Limonade probieren. Mein persönliches Highlight, denn ich kenne zwar die Limo aber habe sie merkwürdigerweise noch nie getrunken. Was hab ich da verpasst bisher! Das Kultgetränk aus Berlin mit dem nostalgischen Etiket gibt es in vielen ungewöhnlichen Geschmacksrichtungen und ist mitlerweile schon ein wenig Kult. Mein persönlicher Lieblingsgeschmack bisher: Birne-Rosmarien und Pflaume-Kardamom. ich hätte darin baden können..... hmmmm....

Ach, ich glaube, er hatte seinen Spaß mit uns :-)
Mein persönlicher Favorit!

Für die nächste Station ging es wieder einmal ums Haus, rein ins Restaurant und zur Küche. Hier war Ingo, der Koch, schon sehr fleißig und hatte für uns Flammkuchen vorbereitet. Wir schauten im über die Schulter, löcherten ihn etwas mit Fragen - leider ist auch das Rezept des Flammkuchenteigs geheim, so ein Mist aber auch - und freuten uns, gleich probieren zu dürfen. Es roch fantastisch. Vermutlich muss ich zum Flammkuchen an sich nicht viel erzählen, wir haben alle schon den ein oder anderen selbst gemacht. Spannend finde ich imemr die unterschiedlichen Beläge. Das Seitenblick bietet immer um die 20 verschiedene Flammkuchen an. Inklusive monatlich wechselnder, in der Regel saisonal belegter Flammkuchen. Im Mai/Juni gab es viel Spargel. Jetzt im Juli bietet die Karte unter anderem Flammkuchen mit Brokkoli-Sesam-Creme und verschieden Toppings (Schafskäse, Schinken etc) an. Wie lecker. An diesem Abend fand ich den Flammkuchen mit Ziegenkäse, getrockneten Tomaten und Datteln besonders toll! Dazu gab es wieder das ein oder andere Weinchen.


So langsam füllte sich der Magen und der ein oder andere näherte sich schon der Sättigungsgrenze. Allerdings waren wir noch längst nicht durch. Weiter ging es in das Kaminzimmer. Hier fanden wir einen hübsch eingedeckten Tisch vor und machten es uns erst einmal gemütlich. Wir hatten ein wenig Zeit, um uns zu unterhalten und Neuigkeiten auszutauschen. Ein wenig sind solche Abende immer wie ein Klassenausflug, vor allem, wenn die Teilnehmer regional begrenzt eingeladen sind. Man kennt sich in der Regel. Das machte den Abend dann noch einmal besonders schön. Schon kurze Zeit später gesellte sich Dominik wieder zu uns, schenkte Wein aus zur Probe (der übrigens auch direkt vor Ort im Restaurant gekauft werden kann, was ich ziemlich praktisch finde) und unser stets bereitstehender guter Geist Johnny (seines Zeichens momentan Praktikant im Seitenblick) und Koch Ingo servierten den Hauptgang: es gab ein Duett von veganer Maultasche mit Chili-Süßkartoffel Füllung und Hergottsbescheisserle (Maultasche mit Hackfleisch-Minz Füllung) auf Sommergemüse, dazu Kaffeeöl. 
Und wer sich jetzt fragt, was bitte Herrgottsbescheisserle sind bzw. warum sie so heißen: Eine Legende besagt, dass Mönche diese in der Fastenzeit erfunden haben, um das Fleisch vor dem lieben Gott zu verstecken :-) Beide Maultaschenvarianten waren sehr lecker, mir persönlich war natürlich die vegane Maultasche etwas zu scharf, denn ich bin absolut kein Chilifreund. Wer mich kennt, weiß das. Ganz großartig fand ich das Kaffeeöl, dass ich überhaupt nicht kannte. Toll!!

Sich so durch die Weine zu probieren ist eine feine Sache!

So, langsam war ich echt satt. 
Trotzdem passt selbstverständlich ein Dessert immer. Dafür gibt es doch einen extra Magen oder? Und wenn es dann noch leckeres Eis ist, von einem regionalen Anbieter aus Bochum, dann passt das erst recht. Das I am love verarbeitet zum größten Teil regionale Bio-Produkte und stellt, neben gängigen, auch recht ungewöhnliche Eissorten her. Wie toll ist bitte Einhorn-Eis? Es handelt sich dabei mitnichtem um kleingeschreddertes Pony sondern um Weiße-Schoki-Himbeereis. Hmmm.. Mein persönlicher Favorit an dem Abend war allerdings das Apfelsorbet. Göttlich!! Weiterhin gab es noch einen Minischwarzwaldbecher und einen Eierlikörbecher - beides auch ganz großartig!!

Bloggerinnen bei der Arbeit :-)

Wärend ich diesen Roman hier schreibe, stürmt es draussen, es ist stockfinster und es schüttet. Ich habe das Gefühl, es ist Oktober und die Herbststürme fangen an. Etwas doof im Juli - gab mir aber die Gelegenheit, euch in Ruhe von diesem schönen Abend zu berichten. Wenn ihr bis hier durchgehalten habt, Respekt! :-)

Ich danke ganz, ganz herzlich Dominik für den gelungenen Abend und meinen BloggerkollegInnen (unten findet ihr die Liste, wer dabei war), dass ihr Lust hattet, mit mir zusammen das Seitenblick kennen zu lernen! 

Auf den jeweiligen Seiten der beiden Restaurants findet ihr alle weiteren Informationen zu Catering, Veranstaltungen, Möglichkeiten eure Hochzeit zu feiern, den Grillplatz zu mieten etc. Weiterhin natürlich die jeweiligen Monatsspeisekarten und Infos zum wirklich ganz hervorragenden Brunch (unbedingt mal ausprobieren!!). Ferner alle Kontaktmöglichkeiten und einen Button um einen Tisch zu reservieren.






Teilnehmer:



Tine - pottlecker
Simone - leckerbox
Jana und Lars - tellerabgeleckt
Samira - veggieKochwelt

Das Restaurant Seitenblick-Bochum hat uns zu diesem Abend eingeladen. Mein ausschweifendes Geschreibsel ist meine eigene Meinung und davon unbeeinflusst! 

Kommentare on "KULINARIA | Restaurant Seitenblick - das natürlich andere Restaurant in Bochum und was das mit einem Klassentreffen zu tun hat"
  1. liebe haydee, vielen lieben dank noch einmal für die einladung und die tolle organisation. das essener seitenblick liebe ich schon seit langem und dank dir ja auch die lokalität in stiepel. der abend war wunderbar und dominik ein hervorragender gastgeber! und johnny hatte doch auch einen super einstand!
    liebsten gruß
    nike

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    1. Danke liebe Nike, wie schön das es dir gefallen hat. Ja, ich finde auch, er hatte gleich einen richtig guten Einstand :-)

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Wie schön, dass Du mir schreibst!