POTTGESCHICHTEN | Impressionen | Winterspaziergang unter Toten

12. Februar 2017

 .... den Posttitel findet ihr jetzt vermutlich etwas makaber oder? Wenn ich aber geschrieben hätte: auf dem Freigrafendamm, dann hätte das vermutlich auch zu Verwirrung geführt. Der Freigrafendamm ist eigentlich die Straße, die zu unserem Hauptfriedhof hier in Bochum führt. Aber jeder, der über den Friedhof spricht, nennt ihn auch so: Meine Oma liegt auf dem Freigrafendamm. Der Ruhrpöttler an sich hat da nicht so die Berührungsängste. Da geht man durchaus auch mal auf dem Friedhof spazieren, auch wenn Oma da nicht zur letzten Ruhe gebettet wurde!
So auch gestern. Es hatte morgens früh etwas geschneit, so dass sich Bochum doch noch einmal ungewöhnlich winterlich präsentierte. Bis ich mal mit meinem Kram fertig war und mir die Kamera schnappen konnte, war allerdings schon ein großer Teil geschmolzen. Trotzdem wollte ich gerne noch ein paar winterliche Fotos und da bietet sich der Freigrafendamm durchaus an. Mich hat die brachiale Architektur am Haupteingang schon immer fasziniert. Gerade im winterlichen, kalten Licht präsentiert sich der Eingangsbereich imposant aber auch ein wenig verstörend. Tatsache ist, dass dieser Bereich in den Jahren 1935  bis 1941 fertig gestellt wurde und das einzige vollendete und erhaltene Beispiel nationalsozialistischer Staatsarchitektur in Bochum ist und einen für das Ruhrgebiet einzigartigen Charakter besitzt. Also Geschichte und für diese Zeit, in der Bochum mehr oder weniger in Schutt und Asche lag, vollständig erhalten. Auf der Seite der Route der Industriekultur findet ihr noch weitere Informationen über den Bochumer Hauptfriedhof. Unter anderem auch einige Fotos aus den 30er Jahren, die typische Stilelemente der damaligen Architektur eindrucksvoll zeigen.
Und Samstags Mittags ist dort keine (lebende) Seele unterwegs, die man womöglich mit dem Fotografieren stören könnte. 



Ich fand das Licht ganz besonders gestern, so eine Mischung aus trübe und doch sehr hell. Meine kleine romantische Seite würde es vielleicht als magisch bezeichnen :-) 



Und es sind eindeutig auch schon Frühlingsvorboten zu sehen, dass lässt hoffen. Wenn man sich ja auf eines verlassen kann, dann auf das Ende des Winters. Er kommt garantiert! 


Ich hoffe, der kleine Winterspaziergang hat euch gefallen. Hier geht gerade die Sonne auf, der Himmel hat Flecken von Blau und ich frühstück jetzt erst einmal in aller Ruhe. Ich wünsche euch einen schönen Tag, bei allem, was ihr vorhabt!


Kommentare on "POTTGESCHICHTEN | Impressionen | Winterspaziergang unter Toten"
  1. Schöne Bilder! Ich mag ja die trüben winterlichen Tage. Und Friedhöfe auch, die haben so was friedliches.

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    1. Das stimmt. Man ist so ein klein wenig aus der Welt...

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  2. Haha :-) Ich geh auch gern auf Friedhöfen spazieren und finde das auch gar nicht makaber. Dort ist es so schön ruhig und ausgeglichen.
    Hier in der Nähe auf dem Ostfriedhof war ich früher regelmäßig joggen, weil der auch als Park ausgewiesen ist.
    Liebe Grüße, Frauke

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    1. Ich stelle fest, wir sind alle so ein wenig Ruhebedürftig :-)

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Wie schön, dass Du mir schreibst!